Das Judentum ist die älteste Weltreligion, in der an nur einen Gott geglaubt wird. Jüdinnen und Juden glauben, dass Gott ihre Vorfahren, das Volk der Israeliten, vor rund 3000 Jahren aus der Gefangenschaft in Ägypten gerettet hat. Danach hat er mit seinem auserwählten Volk einen Bund geschlossen: Jüdinnen und Juden verehren Gott als einzigen, allmächtigen und ewigen Schöpfer der Welt und Gott beschützt alle, die an ihn glauben und sich an seine Gebote halten.

Die ganze Geschichte Gottes mit seinem Volk ist in der Tora aufgeschrieben. Zusammen mit weiteren Schriften bildet sie den Tanach, die Heilige Schrift des Judentums. Außerdem gibt es noch den Talmud – ein Buch, in dem Antworten auf alle wichtigen Fragen des jüdischen Lebens stehen. Der Talmud enthält zum Beispiel Speisevorschriften und Anweisungen für die Feiertage und die Gestaltung des Schabbats.

Der Schabbat ist der Ruhetag aller Jüdinnen und Juden. Er beginnt jede Woche am Freitagabend mit dem Entzünden der Schabbat-Kerzen und endet am Samstagabend bei Sonnenuntergang. An Schabbat kommen Familie und Freunde zum gemeinsamen Essen und Feiern zusammen, um an Gott zu denken und ihm zu danken. Viele gehen auch in die Synagoge, das Gotteshaus der Jüdinnen und Juden, um Geschichten aus der Tora zu hören und zu beten. 

Eines der wichtigsten Gebete im Judentum ist das „Schma Jisrael“, das Glaubensbekenntnis, das meist auf Hebräisch gebetet wird, der Sprache der Israeliten. Eines der wichtigsten Feste heißt Pessach. Es erinnert an die Befreiung der Israeliten aus der Gefangenschaft. Weitere Feste sind zum Beispiel das Neujahrsfest Rosch Haschana, das Laubhüttenfest Sukkot und das Lichterfest Chanukka.

Mehr über das Judentum kannst du auf dieser Internetseite erfahren: www.religionen-entdecken.de 


Juden, Christen und Muslime glauben, dass Abraham der erste Mensch war, der an nur einen Gott geglaubt hat. In den heiligen Schriften dieser drei Religionen – im Tanach, in der Bibel und im Koran – gibt es viele Geschichten über ihn. In einer der bekanntesten Geschichten steht, dass Abraham sogar seinen Sohn töten wollte, um Gott seine Treue zu beweisen. Das hat Gott aber nicht zugelassen. Weil Abrahams starker Glaube an Gott für Menschen im Judentum, Christentum und Islam die Grundlage ihres Glaubens ist, nennt man diese Religionen auch abrahamitische Religionen

Außer Abraham haben Muslime, Christen und Juden übrigens viele weitere Gemeinsamkeiten. Die wichtigste ist: Alle glauben an den einen, den gemeinsamen Gott, der sich ihnen auf unterschiedliche Weise zeigt. Außerdem spielt in allen Religionen die Gemeinschaft mit anderen Gläubigen eine große Rolle. Alle kennen Engel und Propheten. Vor allem teilen diese Religionen aber auch gemeinsame Werte: Sie glauben, dass Gott die Welt erschaffen hat und wollen Gottes Schöpfung schützen. Und sie sind überzeugt, dass es im Sinne Gottes ist, sich für Gerechtigkeit und Frieden einzusetzen.


Streit entsteht, wenn Menschen sich nicht einig sind, weil sie verschiedene Meinungen oder Wünsche haben. Das kann passieren, wenn Gläubige aus unterschiedlichen Religionen zusammenkommen. Häufig wissen sie auch nicht genug voneinander. Deswegen gibt es Missverständnisse. Manchmal führen solche Konflikte sogar zum Krieg. Dann geht es aber nicht nur um religiöse Fragen, sondern zum Beispiel auch darum, wem welches Land gehört oder wer in einer Region bestimmen darf.

Damit es gar nicht erst so weit kommt, gibt es den „Dialog der Religionen“. Das heißt, dass Menschen aus verschiedenen Religionen miteinander sprechen und einander gut zuhören. So können sie viel voneinander lernen und sich gegenseitig besser verstehen. Außerdem finden sie so heraus, welche Gemeinsamkeiten sie haben und wie sie friedlich zusammenleben können. Dafür müssen sich nicht immer alle einig sein, aber alle können aufeinander Rücksicht nehmen und einander mit Respekt behandeln.

Reden, zuhören und die anderen so gut behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte – so klappt es mit dem Frieden übrigens auch in der Schule, mit Freundinnen und Freunden und in der Familie. Probier’s mal aus!

Weitere Ideen zum Thema Frieden findest du auf dieser Internetseite: www.frieden-fragen.de.


Die Taufe ist etwas Besonderes, das es nur im Christentum gibt. Durch die Taufe werden Menschen in die christliche Gemeinschaft aufgenommen. Damit schon Kinder diese Gemeinschaft erleben, lassen ihre Eltern sie taufen. Diese Gemeinschaft finden Christinnen und Christen in der Kirchengemeinde, aber auch auf der ganzen Welt. Sie gilt sogar noch nach dem Tod.

In der Bibel steht, dass sich schon zu Jesu Zeiten viele Menschen haben taufen lassen. Das sollte ein Zeichen für die Reinigung von ihren Sünden und für einen Neuanfang sein. Jesus selbst hat sich von Johannes dem Täufer im Fluss Jordan taufen lassen. Dabei wurde Jesus von Johannes ganz untergetaucht. Als er danach aus dem Wasser stieg, hörte man Gottes Stimme aus dem Himmel. Er sagte: “Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.”

Heute werden Menschen bei der Taufe nicht mehr ganz untergetaucht – man braucht dafür nur noch ein wenig Wasser, das dem Täufling über den Kopf gegossen wird. Was noch zur Taufe dazu gehört, erfährst du, wenn du hier klickst.

Es gibt auch Menschen, die nicht als Kind getauft wurden und sich später dazu entschließen, Christen zu werden. Sie werden als Erwachsene getauft, genau wie Jesus damals.