Nein, Nikolaus und Weihnachtsmann sind zwei verschiedene Personen, auch wenn sie sich sehr ähnlich sehen. Beide haben einen dichten weißen Bart, tragen meist rote Kleidung und haben einen Sack mit Geschenken dabei.

 

Jedes Jahr in der Adventszeit erinnern wir uns an den Heiligen Bischof Nikolaus. Er hat vor etwa 1.600 Jahren in der türkischen Stadt Myra gelebt. Dort hat er armen Menschen geholfen und die Stadt vor einer Hungersnot bewahrt. An seine guten Taten denken Kinder jedes Jahr vor Weihnachten, wenn sie am 6. Dezember von einem Nikolaus beschenkt werden. Du erkennst den Nikolaus daran, dass er einen Bischofshut auf dem Kopf hat, eine so genannte Mitra. Außerdem hat er meist einen großen Hirtenstab dabei – den Bischofsstab. Im Video kannst du mehr über ihn erfahren:

 

 

Der Weihnachtsmann hingegen trägt einen roten Anzug mit weißem Pelzbesatz und eine rote Mütze mit einem weißen Bommel dran. Der Weihnachtsmann hat nicht wirklich gelebt, sondern ist eine Erfindung. Auch er bringt laut vieler Geschichten Geschenke, allerdings nicht am Nikolaustag, sondern zu Weihnachten.

Jedes Jahr am 11. November denken Christen an den Heiligen Martin. Er ist einer der berühmtesten Heiligen der katholischen Kirche. Indem seine Geschichte immer wieder erzählt wird, soll er nie vergessen werden.

Die berühmteste Geschichte über den Heiligen Martin geht so: Er lebte vor über 1.700 Jahren in Frankreich. Er war ein römischer Soldat in der Armee des damaligen Kaisers Konstantin. In einer kalten Winternacht kam er mit seinem Pferd an einem Bettler vorbei. Als Martin den armen Mann sah, griff er sofort zum Schwert und teilte damit seinen Mantel in der Mitte durch. Die eine Hälfte gab er dem Bettler, damit er nicht mehr frieren musste.

Noch vieles andere hat Martin für die Menschen und für Gott getan. An diese guten Taten denken Christen noch heute mit Laternenumzügen und Martinsspielen. Außerdem gehören zum Martinsfest auch die Martinsgänse. Dazu gibt es auch eine Geschichte: Martin trat später aus der Armee aus und wurde Priester. Weil er sehr beliebt bei den Menschen war, wollten sie ihn zum Bischof der Stadt Tours machen. Martin traute sich diese Aufgabe nicht zu. Deshalb versteckte er sich in einem Gänsestall. Die Tiere schnatterten aber so laut, dass er schnell gefunden wurde.

Franziskus lebte vor rund 800 Jahren in Italien. Was er sagte und was er tat, ist auch heute noch wichtig. Er setzte sich beispielsweise für arme Menschen ein. Deshalb hat auch unser jetziger Papst sich seinen Namen ausgesucht: Papst Franziskus.

Der Heilige Franziskus lebte in der Stadt Assisi, deshalb wird er auch Franz von Assisi genannt. Seine Eltern waren reich und Franziskus konnte sich alles kaufen, was er wollte. Dann zog er als Ritter in den Krieg und wurde schwer krank. Da merkte er, dass Geld nicht das Wichtigste im Leben ist. Manches kann man sich davon nämlich nicht kaufen, zum Beispiel Gesundheit. Im Krieg sprach Franziskus viel mit Gott. Das half ihm, wenn er Angst hatte uns es ihm nicht gut ging.

Als Franziskus nach Hause zurückkam, verschenkte er alles, was er hatte, sogar seine Kleidung! Danach betete er viel und erzählte den Menschen von Gott. Er lebte freiwillig mit anderen armen Leuten zusammen und half ihnen. Manche fanden das verrückt. Viele bewunderten ihn aber auch dafür, dass er so sehr auf Gott vertraute, dass er sonst nichts in seinem Leben brauchte.

Der Heilige Franziskus liebte die Natur. Für ihn waren Sonne, Blumen, Steine und Tiere wichtige Teile von Gottes Schöpfung. Deswegen hat er mit Pflanzen und Tieren geredet, wie mit Menschen. Manche verstanden das nicht. Viele dachten aber auch, dass er Recht hat und dass wir uns alle besser um Gottes Schöpfung kümmern müssen. Was meinst du?

Heilige sind Frauen und Männer, die in ihrem Leben außergewöhnliche Dinge getan haben. Viele haben armen Menschen geholfen. Andere haben den Menschen von Gott und vom Glauben erzählt, obwohl sie dafür ins Gefängnis mussten oder sogar getötet wurden.

Damit ihre guten Taten nicht vergessen werden und sie anderen als Vorbild dienen, ehrt die Kirche Heilige mit Gedenktagen.

Ein ganz bekannter Heiliger ist beispielsweise Sankt Martin. Er hat vor vielen Jahren im Winter seinen Mantel mit einem Bettler geteilt, damit der nicht frieren musste. Das war sehr großzügig von ihm und deswegen feiern Christen jedes Jahr am 11. November den Martinstag. Es gibt dann Laternenumzüge und häufig spielen Erwachsene und Kinder die Geschichte vom Heiligen Martin und dem Bettler nach.

Nicht alle Heiligen sind so bekannt wie Martin. Aber trotzdem heißen heute noch viele Kinder und Erwachsene so wie Heilige. Heiligennamen sind zum Beispiel Anna, David, Johannes, Lukas, Marie und Sofia. Schau doch mal in einem Heiligenkalender nach, ob dein Name auch dabei ist. Der Tag im Jahr, an dem man an den Heiligen mit deinem Namen denkt – das ist dann auch dein Namenstag!

An Pfingsten feiern Christen den Geburtstag der Kirche vor über 2000 Jahren. Sie denken dabei an die ersten Christen – vor allem an die Jünger Jesu, die nach seinem Tod von seinem Leben und seinen Taten berichteten.

Nachdem Jesus am Kreuz gestorben war, waren seine Jünger erst einmal ratlos, was sie jetzt tun sollten. Außerdem hatten sie Angst, dass auch sie zum Tode verurteilt werden könnten. Deswegen versteckten sie sich. Doch in der Bibel steht, dass sie dann plötzlich den Heiligen Geist in sich spürten. Er machte ihnen Mut und gab ihnen Kraft, die Botschaft Jesu zu verkünden.

Außerdem gab der Heilige Geist ihnen die Fähigkeit, viele unterschiedliche Sprachen zu verstehen. Deswegen versteckten sie sich nicht länger, sondern gingen hinaus in die Welt, um den Menschen von Jesus zu erzählen. So wurde dann die Kirche geboren: Als Gemeinschaft der Menschen, die von Jesus Christus wissen und an ihn glauben.

Wenn du an Ostern denkst, fällt dir vielleicht zuerst der Osterhase ein. Der Hase und Ostern haben einiges gemeinsam: Ostern ist im Frühling, der Hase gilt in vielen Ländern als der erste Frühlingsbote. Und beide stehen für das beginnende Leben.

Für Christen ist Ostern das wichtigste Fest im Kirchenjahr, weil es daran erinnert, dass Jesus von den Toten auferstanden ist. Weil das so wichtig ist, wird Ostern nicht nur an einem Tag gefeiert. Es gibt viele Feiertage, die alle zusammen gehören. Den Höhepunkt bilden die “Heiligen Drei Tage”. Sie beginnen mit dem Abend des “Gründonnerstags”. An diesem Tag feiern Christen im Gottesdienst das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern. Am nächsten Tag, dem “Karfreitag”, erinnern wir uns daran, dass Jesus am Kreuz gestorben ist. Seine Freunde waren deswegen zuerst ganz verstört und tieftraurig. Aber in der Osternacht und am Ostersonntag haben sie erfahren, dass Jesus von den Toten auferstanden ist. Daran erinnern wir uns jedes Jahr zu Ostern.

Ostern hat also ganz viel mit neuem Leben zu tun. Neues Leben ersteht im Frühling, wenn alles nach dem Winter wieder grünt und blüht. In dieser Zeit hoppeln auch viele Hasen über die Felder. Aus diesem Grund wurde der Hase ein Zeichen für das Osterfest. Ähnlich ist es mit den Ostereiern: Wenn ein Küken aus einem Ei schlüpft, dann kann uns das daran erinnern, dass Jesus die Mauern seines Grabes durchbrochen hat und von den Toten auferstanden ist. Ostereier sind also nicht nur lecker, sondern auch ein Zeichen für das ewige Leben!

20*C+M+B+19 – so steht es an vielen Haustüren. Diese Buchstaben und Zahlen werden jährlich um den 6. Januar herum von Sternsingern hinterlassen. Sie sind ein Segen für das Haus und alle, die darin wohnen.

Manche Menschen denken, “C+M+B” steht für die Namen der Heiligen Drei Könige: Caspar, Melchior und Balthasar. Aber das stimmt nicht! Die Buchstaben sind eine Abkürzung für “Christus Mansionem Benedicat”. Das ist lateinisch und bedeutet: Christus segne dieses Haus.

Die Zahlen am Anfang und am Ende des Segens bezeichnen immer das Jahr, in dem der Segen mit Kreide an die Tür geschrieben wurde. Die drei Kreuze sind ein Zeichen für Gott. Das Sternchen steht für den Stern, dem die Heiligen Drei Könige gefolgt sind, um das neu geborene Jesuskind im Stall zu finden. Die heutigen Sternsinger erinnern jedes Jahr an dieses Ereignis: Kinder verkleiden sich als Heilige Drei Könige und ziehen singend von Haus zu Haus. Nur bringen sie inzwischen keine Geschenke mehr, sondern sammeln Geld für Kinder in Not.

Wenn es etwas zu feiern gibt, einen Geburtstag zum Beispiel, machen wir uns gerne gegenseitig Geschenke. Einfach, um zu zeigen, wie sehr wir uns über jemanden oder über etwas freuen. Genauso ist es mit Weihnachten: Da freuen wir uns darüber, dass vor mehr als 2000 Jahren Jesus geboren wurde.

Jesus ist Gottes Sohn – durch ihn ist Gott Mensch geworden und hat uns damit das vielleicht größte aller Geschenke gemacht. Du kennst sicher die Geschichte von Maria und Josef, die nach Bethlehem gezogen sind und dort keinen Platz zum Schlafen gefunden haben. Schließlich mussten sie in einem Stall übernachten, wo Jesus zur Welt kam.

Das war ein so wunderbares Ereignis, das wir es heute mehr als einen Tag lang feiern: Das Fest beginnt schon am 1. Advent und es endet mit dem Fest der Taufe Jesu am dritten Sonntag nach Weihnachten. Auch Festtage wie Nikolaus am 6. Dezember fallen in diese Zeit. Oder der Dreikönigstag am 6. Januar. Der erinnert uns übrigens auch daran, dass es Geschenke schon zur allerersten Weihnacht gab: drei Sterndeuter, heute als die Heiligen Drei Könige bekannt, brachten dem gerade geborenen Jesuskind Gold, Weihrauch und Myrrhe.

Hier gibt’s die Weihnachtsgeschichte im Video:

An Feiertagen erinnern wir uns an besondere Ereignisse oder daran, dass bestimmte Menschen etwas Außergewöhnliches getan oder erlebt haben. Christen haben oft Grund zum Feiern: wenn wir uns an Geschichten aus Jesu Leben erinnern (zum Beispiel Weihnachten und Ostern) oder wenn wir Feste wie Taufe, Kommunion und Hochzeit feiern.

Wenn ein Feiertag ist, freuen sich alle. Oft muss man dann nicht zur Schule oder zur Arbeit gehen, Verwandte und Freunde kommen zu Besuch und es gibt etwas besonders Leckeres zu Essen. Die meisten Feiertage in Deutschland sind kirchliche Feiertage, zum Beispiel Weihnachten, Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten. Das heißt, dass an diesen Tagen an Ereignisse gedacht wird, die für das Leben der christlichen Gemeinde von großer Bedeutung sind.

Alle kirchlichen Feiertage bilden zusammen das Kirchenjahr. Das Besondere daran ist, dass dieses nicht wie das Jahr im Kalender am 1. Januar anfängt, sondern immer am 1. Advent – mit dem Warten auf den Tag, an dem Jesus geboren wurde.